Verslaven

Ein Blog von mit für über unter um … Slaven

Da gemeinsames „Auspacken“ doch mehr Spaß macht, …

… schreibe ich das Achmatova-Gedicht, das alcessa mir „geschenkt“ hat, nun so um, dass Ihr es auch lesen könnt …
Könnt, wenn Ihr mögt, ja schon mal sagen, welche Wörter Euch bekannt vorkommen, bevor ich mich dann an’s Übersetzen mache, ok? Aaalso:

Večernaja komnata

Ja govorju sejčas slovami temi
Čto tol’ko ras roždjutsja v duše,
Žužžit pčela na beloj chrisanetme,
Tak dušno pachnet staroe saši.

I komnata, gde okna sliškom uski,
Chranit ljubv’ i pomnit starinu,
A nad krovat’ju nadpis’ po francuski
Galsit … “Seigneur, ayez pitié nous.”

Ty skaski davnej gortesnych sametok,
Duša moja, ne tpon’ i ne išči …
Smotrju blestjaščich sersvkich statuetok
Pomerkli gljacevitye plašči.

Poclednij luč i želtyj i tjaželyj
Sastyl v bukete jarkich georgin,
I tak vo cne ja clyšu svuk violy,
I redkie akkordy klaveccin

Juh, dann viel Spaß beim gemeinsamen „Auspacken“! :-)

Dezember 3, 2006 - Verfasst von Blümeli | Literarisches, Russisch | | 26 Kommentare

26 Kommentare »

  1. @ autoren

    Kann von Euch bitte jemand die Leerzeilen zwischendrin wegmachen … Bekomme es leider nicht hin. Danke!

    Kommentar von Blümeli | Dezember 3, 2006 | Antworten

  2. Danke für’s Zeilen-Löschen.
    Gell, das warst Du, christian?
    Hm, jetzt ist das Gedicht ja in 4 Stophen geteilt.
    War das Absicht?

    Kommentar von blümeli | Dezember 3, 2006 | Antworten

  3. Jedenfalls fällt mir jetzt,
    wo es so 4-strophig dasteht,
    erst das Kreuzreim-Schema auf.
    Cool! :-)

    Kommentar von blümeli | Dezember 3, 2006 | Antworten

  4. ROFL!

    das ist ja cool.

    Kommentar von kairos | Dezember 3, 2006 | Antworten

  5. @ kairos

    ;-)

    @ alle

    Und? „Erkennt“ Ihr irgendwelche Wörter?

    Kommentar von blümeli | Dezember 4, 2006 | Antworten

  6. jo, jede menge:
    … diese Wörter
    die du nur einmal in der Seele (bewegst?)
    irgendwas werfen
    so (gut?) riecht …

    die Kammer, in der die Fenster…
    Granit … Denkmal
    … französische Inschrift


    meine seele …

    und in der letzten Zeile irgendwa mit Klavier

    denke ich
    aber vestehen tue ich es nicht wirklich

    Kommentar von kairos | Dezember 4, 2006 | Antworten

  7. Folgende Worte dachte ich verstanden zu haben:

    govorju – sprechen sejčas – seinerzeit? slovami – Buchstaben? temi – diesen?
    Čto – was tol’ko – so (_ sehr) ras roždjutsja v duše – in der Seele,
    Žužžit – brummt oder was Bienen machen pčela – Biene na beloj chrisanetme – auf der weißen Chrisantheme,
    Tak dušno pachnet staroe saši.

    I komnata, gde okna – Fenster sliškom uski – eng,
    Chranit – aufbewahren ljubv’- Liebe i pomnit – sich merken, daran denken starinu – das Alter,
    A nad krovat’ – über den Dächern ju nadpis’- Aufschrift po francuski – auf Französisch
    Galsit – es lautet … “Seigneur, ayez pitié nous.” (Herr, hab Mitleid mit uns?)

    Ty skaski davnej gortesnych sametok,
    Duša moja – meine Seele, ne tpon’ i ne išči – und such nicht …
    Smotrju – Sinn blestjaščich – glänzender sersvkich statuetok – Kirchenstatuen?
    Pomerkli gljacevitye plašči.- Mäntel

    Poclednij luč – das letzte Licht i želtyj i tjaželyj
    Sastyl v bukete – Strauße jarkich georgin,
    I tak vo cne ja clyšu svuk violy,
    I redkie akkordy klaveccin – und seltene Akkorde des Klaviers

    Kommentar von alcessa | Dezember 4, 2006 | Antworten

  8. kein plan … und ute hat schon länger keinen anfall von bloggeritis gehabt

    Kommentar von Christian | Dezember 4, 2006 | Antworten

  9. Huihuihui, das sieht hier ja mal wieder schon sehr verheißungsvoll aus. Wenn das so weiter geht, habt Ihr die Übersetzung schon raus, bevor bei mir „die ruhige Minute“ Einzug erhalten hat, in der ich mich diesem Gedicht widmen wollte. Sehr gut! Weiter so! Molodzy! ;-)

    Kommentar von blümeli | Dezember 4, 2006 | Antworten

  10. @ christian

    Sag der Ute mal ‘nen ganz lieben Gruß! :-)
    So was, dabei finde ich die „verslavene Bloggeritis“ eine besonders infizierende, süchtig machende Form von „Bloggeritis“ … Das Ute dagegen imun ist… das soll einer verstehen ;-)

    Kommentar von blümeli | Dezember 4, 2006 | Antworten

  11. @ alcessa und kairos

    Auf Eure Wort-Vorschläge gehe ich jetzt mal noch nicht im einzelnen ein, sondern erst nach dem Übersetzen, ok?

    Kommentar von blümeli | Dezember 4, 2006 | Antworten

  12. Дорогая, äh, liebe alcessa …

    *stöhn* … in diesem Gedicht gibt es ein paar Wörter, die weder ich noch mein Wörterbuch kenne/kennt … Bist Du Dir sicher, dass sämtliche Wörter so im Original stehen? Hm, vielleicht sind sie ja einfach etwas veraltet?

    Weißt Du, was ich irgendwie witzig find?
    Dass Du
    > nad krovat’
    mit
    > über den Dächern
    übersetzt hast.
    Denn es heißt eigentlich
    „über dem Bett“ ;-)
    Was heißt denn „Bett“ bzw. „Dach“ auf Slovenisch?

    Grüßli,
    Blümeli

    Kommentar von blümeli | Dezember 4, 2006 | Antworten

  13. Hm, kennt von Euch jemand noch „zufällig“ so ein richtig gutes russisches Online-Wörterbuch. Denn auch da kann ich die Begriffe nicht finden …

    Kommentar von blümeli | Dezember 4, 2006 | Antworten

  14. Melly,

    ich habe nur copy and paste gemacht…

    Bei Russisch helfe ich mir manchmal auch mit meinen „Serbokroatisch“-Kenntnissen: krov ist Dach auf Serbisch oder Kroatisch oder beides (ab sofort werde ich dafür die Abkürzung SoKoB verwenden, OK?)

    Slowenisch: Bett je postelja, Dach je streha.

    Kommentar von alcessa | Dezember 4, 2006 | Antworten

  15. @ alcessa

    > ich habe nur copy and paste gemacht…

    Hm, das dachte ich mir eigentlich … weißt Du „zufällig“, wo die Person, die es Dir gemailt hat, es her hatte?

    > krov ist Dach auf Serbisch oder Kroatisch oder beides

    Im Russischen bedeutet „krov“ auch Dach … und „krov’“ (also, eigentlich genau so, nur hinten weich) heißt aber „Blut“

    > Slowenisch: Bett je postelja
    Ein Bett mit Bettzeug drauf heißt im Russischen auch „postel’“

    Wofür steht die Abkürzung SoKoB genau?

    Schönen Abend noch,
    Melly

    Kommentar von blümeli | Dezember 4, 2006 | Antworten

  16. So, hier ist mal mein Übersetzungsversuch
    (mit ein paar offenen/unsischeren Stellen: ?*?)
    Puh, das war echt mal wieder eine Herausforderung, alcessa -
    aber ich liebe Herausforderungen ;-)
    Gebe zu, dass ich mit Wörterbuch gearbeitet habe
    und außerdem für nichts garantiere:
    Abendliches Zimmer
    Ich spreche jetzt mit Worten die Themen aus,
    Die soeben in meiner Seele aufkamen,
    Die Biene summt auf der weißen Chrysantheme,
    So stickig riecht der/das alte ?…?.
    Und das Zimmer, wo die Fenster ziemlich schmal sind,
    Verwahrt die Liebe und erinnert an die alte Zeit.
    Und über dem Bett ?befindet? sich folgende französische Inschrift
    “Seigneur, ayez pitié nous.”
    Du Märchen längst vergangener *…* Notiz,
    Meine Seele, berühre nicht und suche nicht …
    Ich sehe die aufschimmernden ?…? Statuen,
    ?die die glänzenden Mäntel töteten?.
    Der letzte gelbe und schwere Strahl
    Erstarrte im Strauß leuchtender Dahlien,
    Und so höre ich im Schlaf den Klang einer Geige,
    Und die seltenen Akkorde des Cembalo.

    Kommentar von Blümeli | Dezember 4, 2006 | Antworten

  17. Wow!

    Kommentar von alcessa | Dezember 5, 2006 | Antworten

  18. @ alcessa

    Danke :-)
    Hat die Person, die es Dir „geschenkt“ hat,
    eigentlich auch eine deutsche Übersetzung mitgeschickt?

    Kommentar von Blümeli | Dezember 5, 2006 | Antworten

  19. Nein. Aber einen 5-seitigen Brief, den ich noch lesen muss. Soll philosophische Gedanken enthalten… Bin sehr neugierig darauf, leider sind meine Auftraggeber besessen davon, noch dieses Jahr so viel Arbeit wie mčglich zu erledigen…

    Kommentar von alcessa | Dezember 5, 2006 | Antworten

  20. @ alcessa

    > Aber einen 5-seitigen Brief,
    > den ich noch lesen muss.
    > Soll philosophische Gedanken enthalten…
    Klingt ja spannend. :-)

    > leider sind meine Auftraggeber besessen davon,
    > noch dieses Jahr so viel Arbeit wie mčglich zu erledigen…
    Du bist hauptberufliche Übersetzerin, oder?
    Wünsche Dir viel Kraft für alle anstehenden Aufgaben!

    Kommentar von blümeli | Dezember 5, 2006 | Antworten

  21. Na, kein Wunder, dass ich die ?*? – Wörter nicht enttüffteln konnte!
    Die gibt es so nämlich gar nicht…
    Hab eben ‘ne Ukrainerin gefragt…
    Die meinte,
    statt „saši“ müsste es „suši“ heißen: also, „getrocknetes Obst“
    statt „gortesnych“ „gorestnych“: „leidvoll, kläglich“
    statt „sersvkich“ „serbskich“: „serbisch“
    und statt „gljacevitye“ „gljancevidnye“: „glänzende“ …

    Na, da bin ich ja beruhigt…
    Hatte ja schon gehofft,
    dass es sich hierbei um Tippfehler handele und ich nicht völlig unfähig sei. ;-)

    Kommentar von blümeli | Dezember 5, 2006 | Antworten

  22. So, nun zu Eurern Vorschlägen:
    @ kairos
    > die du nur einmal in der Seele
    das frage ich mich auch
    Denn „tol’ko ras“ heißt schon „nur ein Mal“,
    aber „tol’ko čto“ kann „gerade eben“ bedeuten,
    und hier heißt es nun mal „čto tol’ko ras“…
    > so (gut?) riecht
    gut? ;-)
    Hm, wie riecht das Trockenobst wohl?
    Stickig find ich passt auch nicht so wirklich…
    Trocken?
    > Granit … Denkmal
    leider nein … ist ein Verb… bedeutet wohl so ungefähr „verewigt“ (vielleicht so fest wie Granit, der auch „ewig“ hält?), also dass diese Inschrift da verewigt ist

    Kommentar von blümeli | Dezember 5, 2006 | Antworten

  23. @ alcessa
    Juh, ich denke, Deine Wörter kamen (bis auch „Dächer“ statt „Bett“ ;-) )
    ganz gut hin.
    Hast Du ‘ne Ahnung, was der Satz mit den Statuen bedeuten könnte?
    Die Ukrainerin meinte, „pomerkli“ bedeute nicht „töten“, sondern sei so, wie wenn sich nach einem schönen, sonnigen Tag Wolken vor die Sonne schieben und es sich eintrübt/verdunkelt.
    Kleine Anmerkung:
    Unsere Verständigungsversuche über diese speziellen Wörter waren schon witzig, da sie jetzt auch nicht sooo gut Deutsch kann … und sie nur gaaanz kurz Zeit hatte.
    Und: Zum französischen Satz -
    meinst Du, das stimmt so,
    wie Du vorgeschlagen hast?
    Sollen wir das dann so nehmen?

    Kommentar von Blümeli | Dezember 5, 2006 | Antworten

  24. Wisst Ihr was?
    Um an dieser Stelle mal einen Punkt bezüglich der Übersetzung zu setzen:
    Ich mach mich bei Gelegenheit einfach mal auf die Suche nach einem Gedichtband (mit dt. Versionen) von Anna Achmatova. Denn nun würde ich schon gerne wissen, wie das Gedicht auf Deutsch wirklich lautet. Online konnte ich es leider noch nicht finden.
    Außerdem fand ich die Lebensgeschichte von Anna Achmatova schon voll interessant, als uns damals unsere Russisch-Lehrerin von ihr erzählte: Schreibverbot während der
    stalinistischen Herrschaft, Sohn und Mann inhaftiert, viele Freunde ums Leben gekommen…
    So, dann mal „Gute Nacht“ allerseits,
    Mellyčka

    Kommentar von blümeli | Dezember 5, 2006 | Antworten

  25. na ja – Polnisch ist ja auch eine WESTslavische Sprache und ich merke schon, dass die Ähnlichkeiten zwischen SÜD- und OSTslavischen Sprachen größer sind, als zwischen WEST- und den beiden anderen.

    aber für den Anfang doch nicht schlecht, oder? *g*

    Kommentar von kairos | Dezember 6, 2006 | Antworten

  26. Bin stolz auf Dich, pan (auf Polnisch „Herr“, gell?) WEST-Slave! ;-)
    Aber jemand, der einen solch weiten Sprachhorizont hat wie Du (Latein, Griechisch, Hebräisch, Ugaritisch, Englisch, äh, Amerikanisch ;-) , Polnisch, Deutsch …) braucht ja schon auch ä weng ‘ne Herausfordeung, oder? Wenn das ganze hier zu popelig easy wär, dann wär das doch nix für Dich, oder? ;-)
    Gruß,
    OST-Slavin Melly :-)

    Kommentar von blümeli | Dezember 6, 2006 | Antworten


Kommentieren